»Das Bessere ist der Feind des Guten«, erkannte Voltaire bereits vor knapp einem viertel Jahrtausend. Bis heute ein Satz, der wohl kaum an Aktualität eingebüßt hat. Leben wir doch in einer Zeit im Überfluss – an Informationen, an Möglichkeiten und nicht zuletzt an Begehrlichkeiten. Wir alle streben nach mehr, wollen immer das Beste und geben uns nur selten mit weniger zufrieden. Doch gibt es überhaupt so etwas wie eine Vereinbarkeit von Perfekt und Fertig? Finden wir es heraus.

Done / Perfect / Perfectly done

»Perfectly done«? Die Phrase aus dem Englischen eignet sich ideal (um nicht zu sagen perfekt), um das Dilemma der Vereinbarkeit beider Teile zu beschreiben. Fertig ist der Zustand, zu welchem wir unsere zuvor definierten Ziele erreicht haben. Perfekt eine Bewertung dessen, welchen Grad der Erwartungen an jene Ziele erreicht wurden. Ihre Schnittmenge? Eine Utopie.

Kreative kennen das Problem: Tage, Wochen oder gar Monate arbeitet man an einem Projekt. Man forscht nach Lösungen, sucht und findet schließlich eine Expression seiner Erkenntnisse. Stolz blickt man zurück. Doch nach kurzer Zeit, überwiegen die Zweifel. Ein Tsunami neuer Ideen und Optimierungen bricht über einem zusammen. Was kann noch besser werden? Wie kann die Messlatte höher gelegt werden?

Nach Neil Gaiman durchbricht man diesen Teufelskreis nur, indem man das Imperfekte als Zustand einer andauernden Entwicklung begreift. Zuckerberg nennt es »the hacker way«. Was beide meinen: anstatt zu versuchen, alles von Beginn an richtig zu machen, sollte man kleinere Iterationen veröffentlichen und daraus Lehren ziehen, welche einen sukzessive näher an den Zustand der Perfektion bringen.

You have to finish things — that's what you learn from, you learn by finishing things.

Neil GaimanAutor

Letztlich geht es also darum, Zeit als Faktor einer Gleichung zu begreifen, welche Perfektion als Ergebnis ausweist. Probleme öfter einmal neu zu definieren, Ideen in Frage zu stellen, sich mit seiner Zielgruppe auszutauschen, sich Zeit zum Nachdenken zu nehmen und bei all dem die Freude an der Arbeit nicht zu verlieren, sind Hilfsmittel, die Gleichung bestmöglich zu lösen.

Blicke also nach vorne. Starte etwas Neues und mache es gut. Habe Mut. Verliere nicht die Freude, sollte etwas nicht perfekt sein. Arbeite weiter daran und begreife dich auf deiner individuellen Lern-Reise. Oder wie Salvador Dali einmal sagte: »Hab keine Angst vor Perfektion – du wirst es nie erreichen.«

Dieser Artikel stammt großteils von Nassos Kappa und wurde aus dem Englischen übersetzt.